"Ich habe Angst um mein Leben"



Für die Fans aus aller Welt war es ein Schock: Im Dezember 1999 gab Celine Dion (34) bekannt, dass sie sich aus dem Showgeschäft zurückzieht. Die Krebserkrankung ihres Mannes Rene Angelil (58) hatte an ihren Kräften gezerrt. Außerdem schenkte sie im Januar 2001 Söhnchen Rene-Charles das Leben. Aber jetzt ist die erfolgreiche Sängerin aus Kanada wieder da – mit neuer CD („A new day has come“) und mit einer Supershow in Las Vegas.
WOCHE DER FRAU:
Hatten Sie beim Abschied daran gedacht, niemals auf die Bühne zurückzukehren?
CELINE DION:
Ich hatte mir einen langen Urlaub gewünscht, wollte ein Kind haben. Ich war reif für ein normales Leben – zumindest für einige Zeit. Und ich bin froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Ich bin jetzt in erster Linie Mutter. Und niemals habe ich mich so stark gefühlt..
WOCHE DER FRAU:
Sie haben öffentlich darüber gesprochen, dass Sie einen zweiten künstlich befruchteten Embryo haben einfrieren lassen.
CELINE DION:
Als Rene-Charles geboren wurde, haben mein Mann und ich sofort über die Möglichkeit gesprochen, ein zweites Baby zu haben. Nach drei Monaten gab mir mein Arzt grünes Licht. Hätte ich damals nicht mit neuen Plattenaufnahmen begonnen, hätte ich mich sofort für ein Baby entschieden. Aber wir wollten unser Glück nicht herausfordern. Deshalb haben wir beschlossen, die Dinge nicht zu überstürzen.
WOCHE DER FRAU:
Die Liebesgeschichte zwischen Ihnen und Rene ist die einer großen Romanze. Jetzt, wo Rene-Charles da ist – wie halten sie die Liebe jung?
CELINE DION:
Es ist schwierig, eine Liebesaffäre zu haben, wenn man stillt. Es dreht sich alles um das Kind, nicht um den Mann. Man fühlt sich nicht sexy, man hat nicht das Bedürfnis, sich sexy zu kleiden. Ich habe mich schon gefragt: Wie vereinbare ich Liebe und Stillen? Man darf nicht durchdrehen, muss sich Zeit geben. Nachdem einige Monate verstrichen waren, haben wir uns wieder Zeit für uns genommen.
WOCHE DER FRAU:
Nach einer erfolgreichen Operation und 38 Chemotherapien gilt ihr Mann als geheilt. Müssen Sie sich noch Sorgen um Renes Gesundheit machen?
CELINE DION:
Ich mache mir Sorgen. Aber ich muss positiv sein. Ich kann nicht jeden Tag darüber nachdenken. Das Leben ist sehr kurz und kostbar. Ich habe Angst um mein Leben, das Leben meines Kindes, das Leben meines Mannes. Aber es ist, als ob das Leben wie eine Blume ist. Rene und unser Sohn sind die Blüten: Alles, was ich tun kann, ist sie zu nähren und dafür zu sorgen, dass sie viel Sonne bekommen.
WOCHE DER FRAU:
Ihr Sohn Rene-Charles – was für ein Mensch soll er später einmal werden?
CELINE DION:
René und ich sind beide ziemlich dunkelhäutige Typen. Unser Sohn hat sehr helle Haut und himmelblaue Augen. Das ist völlig erstaunlich. Was ich mir wünsche, was für ein Mensch er einmal werden soll? Ich hoffe, dass Rene-Charles ein guter Mensch wird. Denn ganz gleich, was man einem Kind mitgibt, zu irgendeinem Zeitpunkt geht es seinen eigenen Weg. Vielleicht trifft er auf schlechte Menschen und will mit uns nichts mehr zu tun haben. Ich kann nur hoffen, dass er die richtigen Menschen treffen wird. Und solange wir können, werden wir versuchen, die besten Eltern zu sein. Das ist der schwierigste Job, den wir bisher hatten. 
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