14.05.11 18:04 Alter: 1 Jahr(e)
Céline Dion Und Johannes Paul II.
Am 1. Mai hat Papst Benedikt XVI. bei einer feierlichen Messe auf dem römischen Petersplatz seinen Vorgänger Johannes Paul II. seliggesprochen. In Anwesenheit von 1,5 Millionen Gläubiger rund um den Platz in der italienischen Hauptstadt würdigte er den unerschütterlichen Glauben und die starke Spiritualität des polnischen Kirchenoberhaupts. "Er hat uns geholfen, keine Angst vor der Wahrheit zu haben, denn die Wahrheit ist die Garantie der Freiheit", sagte Benedikt in seiner Predigt vor hochrangigen Delegationen aus aller Welt.

Zwei vatikanische Kommissionen hatten der Seligsprechung zugestimmt. Eine untersuchte den Lebenswandel des verstorbenen Papstes, die andere eine Wunderheilung, die ihm zugeschrieben wird. Damit waren die Voraussetzungen für die Seligsprechung nur sechs Jahre nach seinem Tod erfüllt. Schneller als in jedem anderen Fall in der Neuzeit.
Karol Woityla war ein Papst zum Anfassen. Johannes Paul II. suchte den Kontakt mit den Menschen und absolvierte 104 Auslandsreisen, um die christliche Botschaft in Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik zu tragen. Mit Johannes Paul II. wurde nicht ein Papst seliggesprochen, sondern ein Christ mit Vorbildfunktion, im Leben und im Leiden. Denn es sind die Bilder des leidenden Papstes, die heute vor allem die Erinnerung an diesen Mann prägen. Seine letzten Jahre, seine letzten Tage, sein letzter Versuch, den Segen "Urbi et Orbi" zu spenden.
Johannes Paul II. war ein politischer Papst, er leistete seinen Beitrag zum Ende des Kalten Krieges, er forderte weltweit die Achtung der Menschenrechte. Unvergessen sein striktes "Nein" gegen den Irak-Krieg des George W. Bush.
Das Pontifikat Johannes Pauls II. war das zweitlängste der Kirchengeschichte. 27 Jahre, die sich in kein Schema pressen lassen. In seiner Weltoffenheit war Johannes Paul ein moderner Papst, in Fragen der Moral und der Lehre folgte er strikt der katholischen Tradition. Sein Glaube war tief und seine Begeisterung für das Christentum ansteckend.
Möge seine Seligsprechung auch uns neue Motivation sein, um seinen Vorbild zu folgen und mit Liebe, Respekt, Achtung, Hilfe und Demut der Welt und unseren Mitmenschen zu begegnen und ein friedvolles Morgen zu schaffen.
Im September 1984 kam Papst Johannes Paul II. nach Québec und Céline Dion hatte die große Ehre das Lied "Une Colombe" im Montréaler Olympiastadion vor 65000 Zuschauern vorzutragen, die dort mit dem Heiligen Vater die Messe feierten. Dieses Chanson wurde eigens für diesen Anlaß von Paul Baillargeon komponiert. Für Céline war es eine außergewöhnliche Ehre, als Repräsentantin der Provinz Québec, vor dem Papst auftreten zu dürfen.
Ein Jahr später, im Herbst 1985, flog Céline in Begleitung ihrer Mutter Thérèse und ihres Managers René zusammen mit einer kanadischen Delegation nach Rom, um an einer päpstlichen Audienz teilzunehmen.

Céline überreichte bei dieser Feierlichkeit dem Oberhaupt der katholischen Kirche eine Platinauszeichnung ihrer Single "Une Colombe". Céline und ihre Mutter wurden vom Papst gesegnet und Céline erinnert sich: "Als er meine Platte genommen hatte, dachte ich, dass mein Herz stillstehen würde... für mich war es ein einzigartiges Privileg, ihn zweimal in meinem Leben persönlich sehen zu dürfen."
Quelle: Abendblatt, Tagesschau, BZ-Berlin